Krank durch Stress

Stress hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen.

Die Deutschen schlafen aktuell im Durchschnitt eine halbe Stunde weniger als vor zwanzig Jahren. 1977 klagten 20% der Bevölkerung über Zeitmangel, aktuell sind es 25%, Tendenz steigend.

Unseren Vorfahren rettete die Notfallreaktion Stress oft das Leben. Bei Gefahr wurde über die Stresshormone der Herzschlag beschleunigt. Konzentrationsfähigkeit, Reaktionsvermögen und Muskelkraft waren besser. Flucht oder Kampf – beides war nun möglich.

Nur: in unserer heutigen Gesellschaft werden die selben Stresshormone häufig durch Ängste, Überforderungen und Überbelastungen ausgeschüttet - weder Kampf noch Flucht sind dann eine Lösung.

Wenn wir von Stress sprechen, meinen wir meist den negativen, belastenden “Dysstress". Er lähmt uns, macht uns innerlich leer, wir sind enttäuscht, frustriert, ängstlich.

Spürbar wird er durch Schweißausbrüche, Bluthochdruck, Herzklopfen, Schlaflosigkeit oder Denkblockaden. Auf Dauer werden Immun- und Herz-Kreislauf-System belastet.

Die Stresshormone Adrenalin, Interleukin 6 und Cortisol verursachen bei anhaltender Ausschüttung nämlich Infektanfälligkeit, Entzündungsreaktionen, sie ziehen Blutgefäße zusammen, Herzmuskel, Gehirn und andere Organe werden dauerhaft schlechter mit Sauerstoff versorgt.

Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt.

Es gibt aber auch den Stress, der uns “Flügel“ verleiht. Wenn wir zum Beispiel verliebt sind oder uns begeistern, hilft uns der “Eustress“, Top-Leistungen zu erbringen.

Ich zähle Ihnen einige Situationen auf, in denen das Stress-Niveau laufend zunimmt:

kleiner Ärger mit Gesetzen oder Regeln, Weihnachten, Urlaub, neue Essensgewohnheiten, neue Schlafgewohnheiten, neuer grosser Kredit, neue Freizeitgestaltung, Umzug, neue Schule, neue Arbeitsbedingungen, Ärger mit Vorgesetzten, Schul- oder Berufsstart, außergewöhnlicher Erfolg, Ärger mit den Schwiegereltern, Kind zieht aus, Ehestreit, Aufstieg oder Abstieg im Job, finanzielle Probleme, sexuelle Probleme, Mobbing, Berufswechsel, Schwangerschaft, Krankheit eines Familienmitglieds, Rentenbeginn, Versöhnung mit dem Partner, fristlose Kündigung, Hochzeit, Verletzung oder Krankheit, Gefängnis, Tod eines nahen Angehörigen, Scheidung oder Trennung, Tod des Partners.

Was kann man tun?

Die persönlichen Stress-Situationen sollten auf einer Liste festgehalten werden. So erfährt man viel über sich selbst und kann gezielt daran gehen, Stress abzubauen.

Gesunde, ausgewogene Ernährung ist - nicht nur hier - ein guter Tipp.

Entspannungsübungen, z.B. autogenes Training, kann weiter helfen bei der Stressbewältigung.

Wir von unserer Seite können die Vitamin-Kur anbieten.

Durch Bewegung kann man Stresshormone abbauen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes vorbeugen, die Knochen stärken. Vielen Menschen fehlt hierfür jedoch Lust und Zeit.

Der Teufelskreis beginnt. Durchbrechen Sie diese Barriere!

Die Stressforschung hat folgende 3 Stressphasen festgestellt:

1. ALARM: Der Körper erkennt die Stress-Situation. Flucht oder Kampf. Stresshormone werden ausgeschüttet. Die Atmung beschleunigt sich, der Blutzuckerspiegel steigt, das Herz rast, Schwitzen wird ausgelöst, die Verdauung wird verlangsamt.

2. WIDERSTAND: Der Körper baut die Stresshormone wieder ab. Am besten gelingt das, wenn körperlich auf den Stress reagiert werden kann (Flucht oder Kampf!). Vernünftige körperliche Belastung. Ist dies nicht möglich, wirken die Stresshormone verlängert.

3. ERSCHÖPFUNG: Nach einer Stress-Situation ist unser Körper erschöpft. Geben wir ihm jetzt nicht genug Zeit, sich zu erholen, sind alle unsere Energiereserven irgendwann aufgezehrt. Bei Dauer-Stress drohen Burn-out, Herzinfarkt und Schlaganfall

 

12 Tipps von Fachleuten für Ihr persönliches Stressmanagement:

1. Analysieren Sie, welche Faktoren bei Ihnen Stress auslösen (Termindruck, Konflikte).

2. Überlegen Sie, wie Sie diese Stressauslöser vermeiden können.

3. Sorgen Sie für ausreichend Freizeit, und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Hobbys.

4. Verplanen Sie Ihre Freizeit nicht wie Ihr Berufsleben. Tun Sie auch mal einfach gar nichts.

5. Treiben Sie regelmäßig Ausdauersport. Das hilft, Stresshormone abzubauen.

6. Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter Wasser oder Kräutertee. Ernähren Sie sich ausgewogen.

7. Lachen Sie auch mal über Fehler, die Ihnen unterlaufen. Werden Sie gelassener.

8. Lernen Sie „Nein" zu sagen, statt sich ständig zu überfordern.

9. Gönnen Sie sich Pausen im Arbeitsalltag.

10. Planen Sie den nächsten Tag schon am Vorabend.

11. Fragen Sie sich: Was ist wirklich wichtig, was kann erst einmal liegen bleiben?

12. Schlafen sie mindestens sieben Stunden täglich.

 

 

Ihr Dr. Haag