Osteoporose

Die Osteoporose, der “Knochenschwund“ gehört zu den zehn gefährlichsten Krankheiten laut WHO. Etwa jede 3. Frau und jeder 5. Mann ab 50 hat Osteoporose.

Ich berichte Ihnen hier über das Wissenswerte und gebe Ihnen Tipps zur Selbsthilfe.

Die Knochen sind neben den Zähnen die härtesten Bausteine unseres Körpers. Sie bestehen aus lebendigem Gewebe, das sich ständig erneuert, ständig umgebaut und repariert wird. Der “normale“ Abbau der Knochensubstanz beträgt etwa 1,5% pro Jahr ab dem 30. Lebensjahr. Bei Osteoporose ist die Abbaurate (noch) höher. Die Osteoporose beginnt schleichend. Ältere Frauen sind am häufigsten betroffen, weil in den Wechseljahren der schützende Östrogen-Spiegel absinkt. Bemerkbar wird die Krankheit am häufigsten durch Brüche des Oberschenkelhalses, die operiert werden müssen und durch extrem schmerzhafte Brüche der Wirbelkörper.

Oft reichen bei dünnen, spröden, entkalkten Knochen schon leichte Belastungen wie das Heben einer Tasche oder heftiges Husten, um einen Knochenbruch auszulösen.

In der Folge entsteht der typische Rundrücken durch den die Atmung eingeschränkt wird. Bewegungen des Rumpfes sind dann nur noch unter dauernden Schmerzen möglich. Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit können so ihren Anfang nehmen.

Die Ursachen der Osteoporose sind oft schon in der Jugend zu suchen: knochenschädigende Ernährung, Alkohol- und Nikotinkonsum, Bewegungs- und Vitamin-Mangel. In unserer Jugend wird die spätere Knochen-Qualität festgelegt!

Verzichten Sie auf das Rauchen. Zum Beispiel haben Kinder rauchender Mütter ca. 10% weniger Knochenmasse und somit schon als Neugeborene ein Handicap. Knochen brauchen genügend Kalzium. Diese Grundsubstanz ist in unserer Ernährung vor allem in Brokkoli, Rosenkohl, Rüben und anderen Blattgemüsen enthalten. Aus ihnen wird bis zu 64% des Kalziums in den Körper aufgenommen.

Milch hat zwar viel Kalzium, aber die Aufnahmerate beträgt nur 30 Prozent. Viel Fleisch ist schlechter für unseren Kalzium-Bedarf als eine vegetarisch basierte Ernährung.

Durch Limonade, Chips und Fast-Food wird viel Phosphat aufgenommen, dies bindet Kalzium, der Knochen kann es nicht mehr aufnehmen - wir essen uns die Knochen weich!

Fluor aktiviert die knochenbildenden Zellen. Fluor alleine gegeben macht Knochen aber nur hart und brüchig. Zusätzliches Kupfer macht den Knochen flexibel und belastbar.

Die sitzende Lebensweise verursacht durch mangelnde Belastung des Knochens wenig Wachstums- und Anbaureize für den Knochen. Dies gilt in jungen Jahren ebenso wie bei bereits vorhandener Knochenschädigung.

Für den Knochen gute Sportarten sind Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking und Gymnastik. Ältere Menschen, die keinen “Sport“ mehr ausüben können, können durch Spaziergänge im Garten oder Hund-Ausführen immer noch etwas für ihre Knochen tun!

Wenn man zudem noch bei Sonne unterwegs ist, veranlasst dies den Körper, Vitamin D3 zu bilden. Mit dessen Hilfe wird Kalzium in den Knochen eingebaut. Viel Spass!

Ihr Dr. Haag