Tipps für die tägliche „Stress-Praxis“

Zufriedenheitserlebnisse schaffen
Vorfreude, so sagt man, ist die schönste Freude. Sich auf etwas zu freuen, das Spaß macht, hilft auch Stress und dessen ungünstige Auswirkungen abzubauen. Je nach Persönlichkeit, Lust und Laune sind es oft die kleinen Dinge im Leben, die alles wieder rosiger erscheinen lassen und zum inneren Ausgleich beitragen. Ob mit Freunden gemeinsam kochen, ein Besuch im Kino oder Theater, im Garten arbeiten oder ein langer Spaziergang mit dem Hund. All dies sind „Alltagsentspannungen", die zufrieden machen und in jeden noch so engen Terminkalender passen.

Körperliches Training
Gerade dann, wenn man Bewegung am dringendsten braucht, nämlich im Dauerstress, kann man sich am schwersten dazu überwinden Denn Dauerstress führt zu körperlicher Erschöpfung und Unlust. Bewegung ist jedoch eine ausgezeichnete Anti-Stress-Maßnahme. Durch sportliche Aktivität lernt der Körper unter Stress weniger Stresshormone auszuschütten und Schutzfaktoren gegen Stress aufzubauen. Allerdings sollte man sich nicht quälen, denn wer verbittert und schlecht gelaunt im Fitnesscenter oder auf dem eigens angeschafften Hometrainer sein tägliches Pflichtpensum erfüllt, baut Stress eher auf als ab. Deshalb langsam anfangen, eine sportliche Aktivität heraussuchen, die man tatsächlich mag und den Sport eventuell mit Freunden oder netten Kollegen betreiben, das macht mehr Spaß und schafft zudem stressmindernde soziale Kontakte.

Akuter Infektgefahr vorbeugen
Stress macht Schnupfen - meist sind es Infektionen der Atemwege, an denen wir unter Belastungssituationen häufiger erkranken als normalerweise. Sind außergewöhnliche Belastungssituationen und damit Beeinträchtigungen der Abwehrlage vorhersehbar, empfiehlt es sich, das Immunsystem aufzubauen.

Gute-Laune-Häppchen
Auch das richtige Essen kann dazu beitragen, mit psychisch belastenden Situationen besser fertig zu werden. Im Gehirn sorgt beispielsweise das „Glückshormon" Serotonin dafür, dass Alltagsärger und Stress nicht die Laune verderben. Serotonin kann unser Körper nicht selbst herstellen. Dafür benötigt er den Eiweißbaustein Tryptophan. Dieser Stoff ist in Milch und Milchprodukten, aber auch in Fleisch enthalten. Allerdings reicht es nun nicht, größere Mengen an tryptophanreichen Lebensmitteln zu essen, um die Serotoninproduktion im Gehirn anzukurbeln. Auf dem Weg dorthin konkurriert Tryptophan mit vielen anderen Eiweißstoffen. Hier hilft ein Ernährungstrick: Isst man ausgiebig kohlenhydratreiche Lebensmittel, wie Reis, Nudeln, Kartoffeln aber auch Obst, wird die Ausschüttung des blutzuckerregulierenden Hormons Insulin gesteigert. Insulin sorgt dafür, dass mit Tryptophan konkurrierende Eiweißstoffe vermehrt in die Zellen aufgenommen werden. Auf diese Weise wird Tryptophan seine Konkurrenten los und hat freie Bahn zum Gehirn, wo es für die Serotoninproduktion genutzt werden kann.

Ihr Dr. Haag